Die Situation des Dinslakener Bahnhofs

„Trotz aller Proteste bleibt es bedauerlicherweise dabei, dass der Aufzug am Dinslaken Bahnhof erst im Jahr 2016 gebaut wird”, berichtet Stefan Zimkeit von einem Gespräch mit Reiner Latsch, dem NRW-Bevollmächtigten der Deutschen Bahn. Dies sei technisch nicht anders machbar.

„Jedenfalls hat die Bahn nach eigener Darstellung sicherstellen können, dass alle vorgesehenen Fördergelder auch in 2016 weiterhin bereitstehen.“ Hinsichtlich einer finanziellen Beteiligung für den Einsatz von Kofferträgern hat Zimkeit wenig Entgegenkommen bemerkt. „Immerhin wurde zugesagt, die Forderung der Stadt noch einmal zu prüfen“, so Dinslakens Landtagsabgeordneter.

„Die Zeitverzögerung bei dem Einbau des Aufzuges verärgert mich über alle Maßen, zumal die Verantwortlichen außerhalb des Bahnkonzerns ihre Hausaufgaben gemacht und rechtzeitig gemeinsam für eine Finanzierung gesorgt hatten“, betonte Stefan Zimkeit gegenüber dem Niederrhein Anzeiger. „Da ich selbst fast täglich mit dem Zug unterwegs bin, erlebe ich regelmäßig, wie wichtig der barrierefreie Ausbau des Bahnhofs ist.“ Die UN-Behindertenrechtskonvention verpflichte dazu, für Barrierefreiheit im Bahn-, Straßenbahn- und Busverkehr zu sorgen. „Aus finanziellen Gründen kann dies nicht überall von heute auf morgen realisiert werden.“ Umso unverständlicher sei es, wenn Maßnahmen nicht ergriffen werden, obwohl die Förderzusagen längst erteilt sind.

Bahnhof Dinslaken (Foto: Manecke | Wikimedia cc-by-sa).

Bahnhof Dinslaken (Foto: Manecke | Wikimedia cc-by-sa).

Stefan Zimkeit widersprach der Spekulation des Niederrhein Anzeigers, die barrierefreie Einrichtung stehe im Zusammenhang mit der Frage, ob Dinslaken einen Bahnhof oder Haltepunkt hat. „Dinslaken Bahnhof wird als Bahnhof bezeichnet, weil Weichen dort ermöglichen, Züge beginnen, enden, ausweichen oder wenden zu lassen.“ An einem Haltepunkt wäre dies nicht der Fall. Die für den Kunden sichtbare Einrichtung sei hingegen völlig unabhängig davon.

Zusätzliche Mittel für den Nahverkehr seien im Interesse der Bahnkunden dringend notwendig, unterstrich Stefan Zimkeit. NRW sei benachteiligt, da es bei 21 Prozent Bevölkerungsanteil nur 15 Prozent der für den Nahverkehr vorgesehenen Regionalisierungsmittel erhalte. „Deshalb hat die Landesregierung im Bundesrat eine Festsetzung der Regionalisierungsmittel auf 8,5 Milliarden Euro und eine jährliche Erhöhung um zwei Prozent beantragt. Vom Bundesverkehrsminister wurde zugesagt, im Rahmen dieser Erhöhung den Anteil von NRW auf 19 Prozent der Mittel aufzustocken. Nun wird diese Erhöhung wieder in Frage gestellt“, so Zimkeit. Dies würde zu Lasten von Millionen von Pendlern in NRW gehen und sei deshalb nicht akzeptabel. „Wenn es bei den heutigen 7,3 Milliarden Euro bliebe, wäre es auf absehbare Zeit auch für die Hollandstrecke ausgeschlossen, das Nahverkehrsangebot zu verbessern.“