Im Gemeindezentrum im Duisburger Innenhafen

Jüdische Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen

„Antisemitismus muss entschieden bekämpft werden“, sagte der Abgeordnete Stefan Zimkeit bei einem Gespräch mit der Jüdischen Gemeinde Duisburg-Mülheim-Oberhausen. Verglichen mit Frankreich, wo bereits an die 25.000 Juden ausgewandert sind, sei die Situation in Deutschland noch nicht so dramatisch, stellten der Gemeindevorsitzende Dmitri Yegudin und Geschäftsführer Alexander Drehmann (links und rechts auf dem Foto) klar.

Aber es gebe viel Alltagsantisemitismus. „Die Hemmschwelle ist gesunken“, so Drehmann. Dies gelte insbesondere auch für „Menschen, die noch nie einen Juden gesehen haben“, ergänzte Yegudin. Auf Schulhöfen sei „Jude“ ein gebräuchliches Schimpfwort. Viele Schüler möchten nicht als Jude erkannt werden und verzichten deshalb darauf, dass ihre Teilnahme am jüdischen Religionsunterricht auf dem Zeugnis vermerkt wird. „Es ist besonders wichtig, in den Schulen aktiv zu werden“, forderte Dmitri Yegudin ein entschlossenes Vorgehen gegen den Antisemitismus. „Man kann das verbinden mit dem Kampf gegen die Islamfeindlichkeit“, so Alexander Drehmann. „Das sind zwei Seiten derselben Medaille.“

Stefan Zimkeit hält es für ein klares Zeichen, dass sowohl NRW als auch der Bund jetzt einen Antisemitismusbeauftragten ernannt haben. „Dieser braucht eine gute Ausstattung, um konkret zu handeln, und zwar insbesondere im Bildungsbereich“, forderte der Landtagsabgeordnete bei seinem Besuch im Gemeindezentrum, das im Duisburger Innenhafen liegt.

Die jüdische Gemeinde, die auch für Dinslaken zuständig ist, sorgt für ein umfassendes soziales Angebot, das von Beratung bis hin zu einer eigenen Kita reicht. Die nehme genauso auch nichtjüdische Kinder auf, sagte der Vorsitzende Yegudin. Er freut sich zudem darüber, dass die Gemeinde in Kürze einen jüdischen Friedhof eröffnen könne.

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