Wohnen muss bezahlbar sein: Diskussion in Dinslaken

„Immer mehr Menschen müssen einen immer größeren Teil ihres Einkommens für die Miete ausgeben“, wies Stefan Zimkeit zur Eröffnung der Diskussionsrunde „Wohnen muss bezahlbar sein“ auf eine teils dramatisch Mietpreisentwicklung hin. „Die Immobilienpreise in Dinslaken sind exorbitant hoch, 21 Prozent über dem NRW-Durchschnitt“, beschrieb Bürgermeister Michael Heidinger die örtliche Situation.

Stefan Zimkeit, Mieterbundchef Hans-Jochem Witzke und Landrat Ansgar Müller.

Stefan Zimkeit, Mieterbundchef Hans-Jochem Witzke und Landrat Ansgar Müller.

In der Diskussion mit Publikum wurden die Sorgen deutlich, dass die Baupreise stetig ansteigen.

In der Diskussion mit Publikum wurden die Sorgen deutlich, dass die Baupreise stetig ansteigen.

SPD-Wohnungsbauexpertin Sarah Phillip kritisierte die Politik der Landesregierung.

SPD-Wohnungsbauexpertin Sarah Phillip kritisierte die Politik der Landesregierung.

Bürgermeister Michael Heidinger plädierte für das vom Stadtrat beschlossene kooperative Baulandmodell.

Bürgermeister Michael Heidinger plädierte für das vom Stadtrat beschlossene kooperative Baulandmodell.

„Das ist ein Zeichen dafür, dass viele Menschen hier wohnen wollen.“ Denn die Stadt bietet als grünes Tor zum Ruhrgebiet viel Lebensqualität, freute sich Heidinger. Deshalb brauche Dinslaken bis 2030 ungefähr 2000 zusätzliche Wohnungen – „aber bitte schön bezahlbar“. Landrat Ansgar Müller sorgt sich, dass auch im Kreis Wesel viele Wohnungen in Kürze aus der Mietpreisbindung rausfallen werden. Deswegen müsse der soziale Wohnungsbau verstärkt werden.

„Das Problem ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen“, sagte der Vorsitzende des Landesmieterbundes, Hans-Jochem Witzke. Er kritisierte, dass die Landesregierung drohe, Mieterschutzregeln auslaufen zu lassen. Dazu gehöre beispielsweise die Verordnung hinsichtlich der Mietpreisbremse. „Wir wollen die Mieter schützen.“ Deswegen habe der Mieterbund eine Initiative ins Leben gerufen, der sich die Gewerkschaften und sieben Sozialverbände angeschlossen haben. „Über 10.000 Unterschriften sind bereits online eingegangen.“ Auch Stefan Zimkeit warnte vor einem Abbau von Mieterrechten, und bat um Vorsicht, wenn die Landesregierung unter dem „Deckmantel des Bürokratieabbaus“ beispielsweise in soziale Rechte eingreift.

„Das Allerwichtigste ist bauen, bauen, bauen“, sagte Sarah Phillip, SPD-Fraktionsmanagerin im Landtag. Sie warf der CDU-FDP-Landesregierung vor, weg vom sozialen Wohnungsbau und hin zum Wohnungseigentum zu wollen. Philipp sieht eine große Herausforderung bei der Verfügbarkeit von Fläche. „Wo habe ich überhaupt noch Platz? Wie kann ich die Fläche aufbereiten?“, fragte sie. In Teilen des städtischen Ballungsraums käme man nicht drum rum, auf immer weniger Platz immer mehr Wohnraum zu schaffen. „Jede Kommune, die ein eigenes Wohnungsunternehmen oder Genossenschaft hat, kann sich glücklich schätzen“, so Sarah Philipp. Für alle anderen Städte brauche es eine landeseigene Wohnungsgesellschaft, betonte sie. „Der Markt regelt beim Thema Wohnen nichts.“

Er sei froh, dass Dinslaken mit der Wohnbau ein erfolgreiches Wohnungsunternehmen habe, sagte Michael Heidinger. Dinslaken sei eine der wenigen Kommunen im Ruhrgebiet, die neue Flächen im Rahmen der Regionalplanung bekomme. Das für den Wohnungsbau vorgesehene Trabrennbahngelände falle 2021 in den Besitz der Stadt zurück. „Hier wird ein gemischtes Quartier entstehen, wir wollen eine soziale Durchmischung.“ Der Bürgermeister wünschte sich auch neue Wohnformen, beispielsweise das Mehrgenerationenwohnen.

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