Stefan Zimkeit wird bei der Landtagswahl im nächsten Jahr nicht mehr kandidieren. Dies hat er in einem Schreiben an die SPD in Dinslaken und Sterkrade mitgeteilt.
→ WAZ Oberhausen: Urgestein tritt nicht mehr zur Wahl an
„Sehr gerne habe ich in den vergangenen Jahren gemeinsam mit euch für unsere Ziele gestritten und in Düsseldorf die Interessen der Menschen in Dinslaken und Oberhausen vertreten“, so Zimkeit. Nach reiflicher Überlegung sei er jedoch zu dem Entschluss gekommen, dass die nächste Wahl der richtige Zeitpunkt sei, seine Abgeordnetentätigkeit zu beenden. Stefan Zimkeit gehört seit 2010 dem Landtag an, in dem er sich als Finanzexperte einen Namen gemacht hat. Besonders wichtig war ihm, die Situation finanzschwacher Städte zu verbessern und entsprechende Konzepte in die parlamentarischen Debatten einzubringen.
Verabschieden möchte sich Stefan Zimkeit aber noch nicht, denn die Landtagswahl ist erst am 25. April 2027. Bis dahin werde er als Abgeordneter weiterhin für Bildungsgerechtigkeit und den Erhalt der Demokratie kämpfen, kündigt Zimkeit an. Ein Ziel ist es dabei, dass die SPD den Landtagswahlkreis Sterkrade/Dinslaken, den er vier Mal gewonnen hat, verteidigen kann.
Die Oberhausener WAZ bezeichnet den Verzicht des „SPD-Urgesteins“ auf eine erneute Kandidatur als „Überraschung“. Auf Nachfrage der Zeitung sagte Zimkeit, dass er zwar noch große Lust an der Politik habe, aber eine weitere volle Wahlperiode von fünf Jahren sei ihm zu lang. „Am Ende wäre ich 68 Jahre alt, da könnte es irgendwann an Motivation und Leistungsfähigkeit mangeln.“
In der Oberhausener SPD werde er weiter zu sehen sein, Ämter oder Funktionen möchte er aber nicht mehr übernehmen. „Die Jungen brauchen keinen Altvorderen, der ihnen die Welt erklärt“, unterstrich Stefan Zimkeit im Gespräch mit der WAZ.
Die Zeitung zitiert auch einige Reaktionen auf den für das nächste Jahr angekündigten Rückzug aus dem Landtag: „Für Demokratie und antifaschistische Haltung sowie für die politische Kultur in Oberhausen ist das schade“, schreibt etwa Dirk Paasch von „Demokratie Leben“ bei Facebook. Joachim Deterding, Superintendent der evangelischen Kirche in Oberhausen, bedankt sich öffentlich bei Zimkeit, „für deinen Einsatz für unsere Stadt, für die Demokratie, für die Menschen hier.“ Dieter Hillebrand (früherer DGB-Chef für Essen, Mülheim und Oberhausen): „Danke für unsere tolle Zusammenarbeit in der ganzen Zeit. Du machst es richtig. Selbst bestimmen, wann aufgehört wird.“ Zimkeit habe „viel bewegt“, meint auch Ex-Verdi-Chefin Henrike Eickholt.
