Personalmangel in Kindergärten hält an

„Kinder und Eltern stehen viel zu oft vor verschlossenen Kita-Türen, und eine Besserung ist nicht in Sicht“, klagt der Abgeordnete Stefan Zimkeit. Seit Jahresbeginn mussten die Oberhausener Kindergärten 211-mal die Betreuungszeiten oder Platzzahlen reduzieren, Angebote einschränken oder Gruppen oder sogar die ganze Einrichtung schließen, weil Erzieherinnen und Erzieher fehlten.

Im Kreis Wesel gab es zwischen Januar und November 875 Angebotsreduzierungen, darunter 15 Komplettschließungen, wie das NRW-Familienministerium auf Anfrage der SPD-Fraktion mitteilte. „Die Kitas brauchen eine bessere Finanzierung“, appelliert Zimkeit an die schwarz-grüne Koalition. „Nur so lassen sich die Personallücken nachhaltig schließen“, sagt der SPD-Finanzexperte. Unter der aktuellen Situation litten nicht nur die betroffenen Familien, sondern auch die Erzieherinnen und Erzieher. „Ihnen gilt mein Lob, weil sie trotz der erschwerten Bedingungen großartige Arbeit leisten“, so Zimkeit.

Als wichtige Maßnahme regt er an, vor Ort Springerpools zu schaffen, aus denen sich die städtischen und konfessionellen Kitas genauso wie die der freien Träger bedienen können. „Das Land wird diese trägerübergreifende Vertretungsregelung finanziell unterstützen müssen“, kündigt Zimkeit einen entsprechenden Vorstoß der SPD-Landtagsfraktion an.

„Entscheidend ist es, qualifiziertes Fachpersonal vorzuhalten, denn Kitas sind wichtige Bildungseinrichtungen. Oft wird dort der Grundstein für die spätere Schullaufbahn gelegt.“ Stefan Zimkeit lehnt Überlegungen der Landesregierung ab, dem Personalmangel mit größeren Gruppen, weniger Fachkräften und kürzeren Betreuungszeiten zu begegnen. „Das Ergebnis wäre eine ‚Kita light‘, die auf individuelle Förderung und gezielte vorschulische Bildungsangebote komplett verzichten muss“, befürchtet Zimkeit.