SPD nominiert für die Landtagswahl 2027

Frederick Cordes wird für die SPD bei der Landtagswahl im April 2027 im Wahlkreis Dinslaken/Sterkrade antreten. Die Delegierten der SPD-Ortsvereine wählten ihn mit 52 Ja-Stimmen bei einer Gegenstimme zum Kandidaten.

Cordes ist Generalsekretär der NRW-SPD und soll die Nachfolge des langjährigen Landtagsabgeordneten Stefan Zimkeit antreten. In seiner Vorstellungsrede stellte Frederick Cordes die Lebensrealität der Menschen in den Mittelpunkt. Leitlinie seiner Politik sei es, die Beschäftigten und ihre Familien in den Fokus zu rücken. Politik müsse sich daran messen lassen, ob das tägliche Leben funktioniere – etwa mit guten Kitas und Schulen, einem Schwimmbad, in dem Kinder ihr Seepferdchen machen können, oder einer Bibliothek für diejenigen, „die keinen Goethe zu Hause haben“.

Zugleich betonte Cordes die Bedeutung handlungsfähiger Kommunen. Die von der CDU geäußerte Kritik, Städte hätten das Sparen verlernt, gehe an der Realität vor Ort vorbei. „In Zukunft muss es heißen: Stadt und Land Hand in Hand“, sagte er.

Kritisch äußerte sich Frederick Cordes zur Schulpolitik der schwarz-grünen Landesregierung. Nach fast vier Jahren sei dort „außer Verwalten wenig passiert“. Nordrhein-Westfalen müsse zum kinderfreundlichsten Bundesland werden. Dazu gehöre auch, Familien finanziell stärker zu entlasten und Bildung von der Krippe bis zum Meister oder Master gebührenfrei zu machen.

Als weiteres zentrales Thema nannte er die duale Ausbildung. Deutlich mehr Jugendliche als erwartet verließen die Schule ohne klare Anschlussperspektive. Deshalb fordert er flächendeckende Jugendberufsagenturen und ein stärkeres Engagement für Ausbildungsplätze. Gleichzeitig kritisierte er, dass zwar häufig über den Fachkräftemangel gesprochen werde, gleichzeitig aber immer weniger ausgebildet werde.

Mit Blick auf die Region verwies Cordes auf erfolgreiche sozialdemokratische Kommunalpolitik. In Dinslaken habe Bürgermeister Simon Panke und in Oberhausen Thorsten Berg in ihren Wahlkämpfen gezeigt, wie „starke Politik nah an den Menschen“ gelingen könne. Entscheidend sei, dass die SPD konkrete Angebote mache, die zu den jeweiligen Städten und ihrer Situation passten. Frederick Cordes betonte, er habe Lust auf den Wahlkampf „in dem Wahlkreis, in dem ich geboren und aufgewachsen bin“, und erntete viel Applaus.

Ausdrücklich bedankte er sich bei Stefan Zimkeit für dessen Arbeit. Auch dieser habe gezeigt, wie erfolgreiche Politik aussehe: „Mit Haltung, Nähe und einem klaren sozialdemokratischen Kompass“, so Cordes. Dinslakens Bürgermeister Simon Panke lobte Zimkeits Engagement für die Wohlfahrtsverbände, das Landestheater „und jede kleine Initiative“ – er habe den Menschen geholfen, wo er konnte. Oberhausens neue SPD-Chefin Denise Horn betonte, Zimkeit habe die Städte stets verlässlich und mit großer Kompetenz vertreten und sei in der Finanzpolitik auch über die Region hinaus eine bedeutende Stimme gewesen. Ein Jahr wird Stefan Zimkeit noch dem Landtag angehören. „So schnell werdet ihr mich also nicht los“, sagte er scherzhaft.