CDU spielt das Brauchtum gegeneinander aus

„Die CDU betreibt taktische Spielchen zu Lasten von Karneval, Kirmes und anderer Brauchtumstraditionen“, stellt Stefan Zimkeit fest. „Mit ihrer Pro-Schützen-Medienoffensive betreibt die NRW-CDU Wahlkampf auf dem Rücken der Betroffenen.“

Unterstützung findet Zimkeit bei Heiner Dehorn, Präsident des Hauptausschusses Groß-Oberhausener Karneval. „Das Brauchtum sollte sich nicht von der CDU gegeneinander ausspielen lassen“, spricht sich Dehorn gegen einen öffentlichen Konflikt um die Aufnahme in die Liste des immateriellen Kulturerbes aus.

Über die Bewerbung für die Weltkulturerbeliste werde nicht die CDU, sondern eine unabhängige Expertenjury entscheiden, erläutert Wolfgang Große Brömer den Ablauf. „21 Vorschläge liegen der Jury vor“, berichtet Stefan Zimkeit. „Dazu gehören der Karneval, das Schützenbrauchtum und auch die in Oberhausen besonders gepflegte Kirmestradition“, erinnert der SPD-Abgeordnete an die bis 1828 zurückreichende Sterkrader Fronleichnamskirmes als ein herausragendes Oberhausener Ereignis.

„Die Mehrheit des Landtages hat überhaupt nicht gegen die Schützen entschieden. Sie hat es nur abgelehnt, der Expertenjury politisch die Entscheidung vorzugeben. Offensichtlich ist in den westfälischen CDU-Hochburgen die Furcht aufgekommen, der dort weitgehend unbekannte Karneval könnte an den Schützen vorbeiziehen“, vermutet Zimkeit.

„Wir vertrauen der Jury“, ist Große Brömer auf die Entscheidung gespannt. „Sie wird zwei nordrhein-westfälische Vorschläge ausarbeiten und diese an die Bundesebene weiterreichen.“ Dort werde sich ebenfalls eine unabhängige Jury mit den Ideen aus den 16 Bundesländern befassen. „Dieses Expertenverfahren entspricht den Vorgaben der Unesco, die für die Zusammenstellung der Liste des Kulturerbes der Menschheit zuständig ist.“

→ NRZ Oberhausen: Schützenbrauchtum