Ruhrchemie

Landesregierung darf bei OQ nicht tatenlos zuschauen

Mit großer Sorge blickt die Oberhausener SPD auf die Entwicklungen im Werk Ruhrchemie der OQ Chemicals, wo derzeit der mögliche Abbau von 800 Arbeitsplätzen droht. „An den 800 Stellen hängen wirtschaftliche Existenzen und persönliche Schicksale – jede einzelne Stelle ist wichtig und deshalb darf die Landesregierung nicht weiter tatenlos zuschauen“, sagt der SPD-Landtagsabgeordnete Stefan Zimkeit.

„Wir hoffen mit den Beschäftigten, dass sich noch ein Investor findet und es nicht zu einem Massen-Stellenabbau kommt“, meint sein Kollege Frederick Cordes. „Unsere Solidarität ist Ihnen sicher.“ Die gut bezahlten Arbeitsplätze in der chemischen Industrie müssten unbedingt erhalten bleiben.

Abgeordnete vor Werkstor

Stefan Zimkeit MdL, Oberhausens SPD-Vorsitzender Dirk Vöpel MdB, Frederick Cordes MdL, Sonja Bongers MdL.

Der Bundestagsabgeordnete Dirk Vöpel ergänzt, dass Bundeswirtschaftsminister Habeck, Ministerpräsident Wüst und seine Wirtschaftsministerin Neubaur sich liebend gerne in Industriebetrieben ablichten ließen. „Sich mit einem Förderbescheid in der Hand in Pose zu werfen und zu glänzen ist aber nicht schwer, das kann nun wirklich jeder. Jetzt wäre aber der Moment, wo Habeck und Wüst mal zeigen könnten, wie ernst sie es wirklich mit dem Erhalt des Industriestandort Nordrhein-Westfalen meinen“, so Vöpel, der mit dieser Kritik nicht alleine steht. „Im August des letzten Jahres waren Robert Habeck und NRW-Wirtschaftsministerin Mona Neubaur noch zu Besuch bei OQ, um eine Produktionsanlage für grünen Wasserstoff zu würdigen“, erinnert sich Frederick Cordes. „Das sind schöne Wohlfühl-Termine. Aber wo sind sie denn jetzt, wo es ganz konkret um die Arbeitsplätze von 800 Menschen geht?“, fragt der Generalsekretär der NRW-SPD. Es sei leider typisch für Neubaur, bei aller Schwärmerei über Prestigeprojekte der Transformation zu vergessen, dass der Fokus immer auf gut bezahlter Arbeit liegen müsse.

Der Europaabgeordnete Jens Geier ergänzt: „Für die Arbeitsplätze muss daher eine Perspektive geschaffen werden. Da darf die Politik nicht wegschauen, wenn es darum geht, die Standortbedingungen so zu verbessern, dass ein neuer Investor gefunden werden kann. Die Wirtschaftsministerin von NRW und der Bundeswirtschaftsminister müssen jetzt ihren Job machen.“

Auch die Oberhausener SPD-Ratsfraktion erklärt sich solidarisch mit den Beschäftigten von OQ Chemicals. „Das sind 800 gute Arbeitsplätze, die sich nicht mal eben so ersetzen lassen“, sagt die Fraktionsvorsitzende und Landtagsabgeordnete Sonja Bongers. „Die chemische Industrie gehört zu Oberhausen wie der Gasometer und der Kaisergarten – wir sind schließlich die Wiege der Ruhrindustrie. Wir wollen aber nicht nur nostalgisch zurückblicken, sondern Standort für hochqualifizierte Ausbildungs- und Industrieberufe bleiben. Unsere Stadt ist darauf angewiesen.“ Die Oberhausener SPD sei sich darin einig, dass alle Möglichkeiten und Wege zum Schutz der in Frage gestellten Arbeitsplätze ausgeschöpft werden müssten.

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